
Der Gedanken-Parkplatz
Eine einfache Methode gegen das Gedankenkarussell
In dieser Episode erfährst du:
• warum wir uns so oft im Gedankenkarussell drehen
• wie der Gedanken-Parkplatz als einfache Methode deinen Kopf sofort entlasten kann
• fünf konkrete Alltagssituationen, in denen du Gedanken bewusst „parken“ kannst
• wie du diese Methode Schritt für Schritt in deinem Alltag anwenden kannst
• warum sich dein Kopf oft sofort ruhiger und freier anfühlt, wenn Gedanken einen Platz bekommen
In den letzten beiden Podcastfolgen haben wir uns intensiv mit unserem Gehirn beschäftigt und darüber gesprochen, warum es so schwer sein kann, wirklich zur Ruhe zu kommen. Unser Kopf ist darauf ausgerichtet, Probleme zu lösen, Dinge zu planen und mögliche Gefahren frühzeitig zu erkennen. Dieses System hat uns über Jahrtausende geholfen zu überleben – doch im heutigen Alltag führt es oft dazu, dass Gedanken einfach nicht aufhören wollen.
In der letzten Episode haben wir dabei auch kurz über den Gedanken-Parkplatz gesprochen. Eine einfache Methode, mit der wir Gedanken nicht ständig im Kopf mit uns herumtragen müssen. Viele Hörerinnen und Hörer haben daraufhin gefragt, wie sich diese Praxis konkret im Alltag umsetzen lässt.
In dieser Folge gehen wir deshalb noch einmal ganz bewusst darauf ein. Du erfährst, warum unser Gehirn Gedanken immer wieder hervorholt, weshalb es so entlastend sein kann und ihnen einen Platz außerhalb unseres Kopfes zu geben.
Vor allem aber bekommst du ganz konkrete Beispiele aus dem Alltag. Situationen, in denen der Gedanken-Parkplatz besonders hilfreich sein kann – am Morgen, während der Arbeit, in der Familie, in deiner Freizeit oder am Abend vor dem Schlafen.
Im Podcast erkläre ich diese fünf Situationen ausführlich. Hier kannst du sie noch einmal in Ruhe nachlesen.
🌿 Gedanken-Parkplatz im Alltag anwenden
Gedanken-Parkplatz am Morgen
Der Morgen hat manchmal eine ganz eigene Dynamik. Noch bevor du richtig wach bist, rennt innerlich schon ein Film: Was heute alles ansteht. Was du nicht vergessen darfst. Wer was von dir will. Und manchmal startest du dann nicht wirklich in den Tag, sondern direkt in ein inneres Getrieben-Sein.
Der Startklar-Parkplatz ist eine Mini-Praxis von drei Minuten, bevor du ins Außen gehst. Du setzt dich mit Tee oder Kaffee kurz hin – nur kurz – und machst eine Liste mit zwei Spalten.
Spalte 1 heißt: „Heute wichtig“
Spalte 2 heißt: „Heute nicht jetzt“
Und dann schreibst du ganz ehrlich auf, was im Kopf herumfliegt. Zum Beispiel:
Heute wichtig:
– 1 Telefonat
– 1 Rechnung
– 1 kurzer Spaziergang
Heute nicht jetzt:
– Idee für Kurs XY
– Gespräch, das ich führen möchte
– Thema, über das ich nachdenken will
Und dann sagst du dir: „Ich entscheide, was heute dran ist.“
Das ist nicht nur Organisation. Das ist eine innere Führung. Du gibst dem Tag einen Rahmen – und deinem Kopf das Signal: „Du musst nicht alles gleichzeitig tragen.“
Viele spüren danach eine ruhige Klarheit, so ein Gefühl wie: Ich bin da. Ich gehe in den Tag – nicht der Tag durch mich.
Gedanken-Parkplatz bei der Arbeit
Kennst du das, du bist mitten in einer Aufgabe – und plötzlich kommt ein Gedanke wie ein Zwischenruf:
„Denk dran, du musst noch…“
„Das darfst du nicht vergessen…“
„Und übrigens, da war noch…“
Und dann ist dein Fokus weg. Nicht, weil du dich nicht konzentrieren kannst, sondern weil dein Gehirn dich schützen will: Es will sicherstellen, dass nichts verloren geht.
Hier hilft ein ganz konkreter Arbeitsplatz-Parkplatz: ein Blatt neben dir oder eine Notiz am Bildschirm mit der Überschrift: „Parkplatz“.
Jedes Mal, wenn ein Gedanke dich rauszieht, schreibst du ihn in drei Sekunden hin. Wirklich drei Sekunden.
– Anruf Claudia
– Idee: Podcast-Thema
– Rechnung checken
– Termin verschieben?
Und dann sagst du innerlich: „Später. Jetzt bin ich hier.“
Das ist wie ein sanftes Zurückführen. Du musst nicht streng sein. Du musst nicht kämpfen. Du parkst den Gedanken, damit er nicht dauernd durch deine Arbeit fährt.
Und dann kommt ein kleiner Bonus, der unglaublich wirkt:
Lege dir zwei fixe Zeiten fest, wo du den Parkplatz „abarbeitest“. Zum Beispiel: 12:30 Uhr und 16:30 Uhr.
Dann weiß dein Kopf: Es gibt einen Moment dafür.
Das fühlt sich oft an wie: Ich kann wieder bei einer Sache bleiben – und ich verliere trotzdem nichts.
Gedanken-Parkplatz in der Familie
Familie ist Liebe – und manchmal auch Trigger. Ein Tonfall. Ein Blick. Ein Satz. Und in dir geht ein ganzes Gedankenpaket auf: „Immer ich…“, „Nie sieht das jemand…“, „Das ist so typisch…“ – und du merkst, wie du innerlich eng wirst.
Hier ist der Gedanken-Parkplatz kein To-do-Tool, sondern ein Gefühls- und Klarheitsraum.
Wenn du merkst, du wirst innerlich heiß oder hart, machst du innerlich einen Schritt zurück und sagst dir:
„Stopp. Ich parke das kurz. Ich reagiere später.“
Wenn möglich, geh kurz ins Bad oder in einen anderen Raum – und schreib drei Sätze auf:
-
Was war der Auslöser? (nur ein Satz, ganz nüchtern)
-
Was denke ich gerade darüber? (alles darf raus)
-
Was brauche ich eigentlich? (das ist der Schlüssel)
Zum Beispiel:
Auslöser: „Er hat wieder nicht zugehört.“
Gedanken: „Ich fühle mich nicht ernst genommen.“
Ich brauche: „Respekt. Ruhe. Ein echtes Gespräch.“
Allein dieses Aufschreiben verhindert oft, dass du aus dem ersten Impuls heraus etwas sagst, das du später bereust. Du parkst das Drama, aber nicht dein Gefühl. Du gibst dir Zeit, bevor du reagierst.
Und dann, wenn du zurückgehst, kannst du viel klarer sprechen. Nicht aus Explosion – sondern aus Wahrheit.
Das fühlt sich an wie: Ich bleibe bei mir. Und genau dadurch wird es friedlicher.
Gedanken-Parkplatz in der Freizeit
Auch in unserer Freizeit fällt es vielen Menschen schwer, wirklich abzuschalten. Selbst beim Spazierengehen, beim Lesen oder beim Sport tauchen plötzlich Gedanken an Aufgaben oder Verpflichtungen auf.
Der Gedanken-Parkplatz kann auch hier helfen. Wenn während eines Spaziergangs ein Gedanke auftaucht wie „Das sollte ich morgen unbedingt erledigen“, kannst du ihn kurz im Handy oder auf einem kleinen Zettel notieren.
Damit gibst du deinem Kopf die Sicherheit, dass dieser Gedanke nicht verloren geht – und kannst dich danach wieder bewusst dem Moment zuwenden.
Gedanken-Parkplatz am Abend
Gerade am Abend tauchen Gedanken oft besonders stark auf. Viele Menschen legen sich ins Bett und plötzlich beginnt der Kopf, den nächsten Tag zu planen oder vergangene Gespräche noch einmal durchzugehen.
Ein kleines Notizbuch am Bett kann hier sehr hilfreich sein. Wenn Gedanken auftauchen, schreibe sie kurz auf. Nicht ausführlich, nur in Stichworten.
Danach kannst du das Buch bewusst schließen und dir innerlich sagen: Darum kümmere ich mich morgen.
Für viele Menschen entsteht dadurch sofort ein Gefühl von Entlastung. Der Kopf muss nichts mehr festhalten – und der Körper kann leichter zur Ruhe kommen.
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