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#067 Von der Selbstkritik zum Selbstmitgefühl – Innere Friedensarbeit

Podcast Titelbild Selbstmitgefühl
In dieser Episode erfährst du:
  • Warum uns Selbstkritik nicht weiterbringt
  • Warum Selbstmitgefühl einen sicheren Hafen in uns erschaffen lässt
  • Wie die Stimmen der inneren Kritiker auf uns einreden
  • Welche drei Kernkomponenten uns Selbstmitgefühl erlangen lassen
  • Was Selbstmitgefühl mit Friedensarbeit zu tun hat

Bin ich nicht einfach nur faul und selbstsüchtig, wenn ich zu viel Selbstmitgefühl mit mir habe? Muss ich mich nicht ständig antreiben, damit ich endlich Erfolg habe? Bin ich überhaupt gut genug, wenn ich nicht perfekt bin?

Vielleicht hast du dir diese Frage auch schon mal gestellt. Vielleicht kennst auch du deine inneren Kritiker, die ständig mit Sätzen auf dich einreden, wie „Das schaffst du doch nie! Sei nicht so zimperlich!“ Vielleicht flüstern auch dir deine inneren Antreiber in den unerwünschtesten Situationen zu „Beeil dich! Streng dich mehr an! Mach es allen recht! Es geht noch besser!“ Kennst du bestimmt, oder?

Aber bringt uns das wirklich weiter? Werden wir deshalb zu einem besseren Menschen, indem wir ständig innerlich auf uns einprügeln und uns selbst gegenüber der größte Kritiker sind? Ganz ehrlich? Nein!

Wir sollten zur Einsicht kommen, dass uns Selbstkritik überhaupt nicht weiterbringt. Sie ist eine Erscheinung unserer modernen Leistungsgesellschaft. Immer schneller, immer höher, immer weiter und das alles am besten super perfekt.

Die meisten Menschen sind zu ihrem größten, eigenen Kritiker geworden. Wir sollten uns vielmehr selbst dabei helfen, dass es uns gut geht und wir selbst glücklich sind. Wir sollten uns selbst eine gehörige Portion an Selbstmitgefühl schenken, denn das ist innere Friedensarbeit.

Selbstmitgefühl ist jedoch nicht zu verwechseln mit Selbstwertgefühl. Es gibt mittlerweile zahlreiche Studien, in denen bereits auf die Fallen von zu viel Selbstwertgefühl hingewiesen wird, wie z.B. Narzissmus, Diskriminierung oder Selbstbefangenheit. Selbstwertgefühl zu haben ist wichtig, kann uns aber auch im Glauben gefangen halten, perfekter oder besser als andere zu sein.

Mit Selbstmitgefühl ist nochmal etwas anderes gemeint. Es ist die beste Alternative zum Selbstwertgefühl. Denn es bietet die gleichen Vorteile, jedoch ohne dessen Schattenseiten.

Selbstmitgefühl hilft uns, einen sicheren Hafen in uns zu erschaffen, einen Raum der Ruhe, in dem alles so sein darf, wie es ist. Wir spüren, dass kein Mensch perfekt sein kann. Wir verstehen, dass das Leben immer wieder Krisen für uns bereithält, an denen wir wachsen und uns weiterentwickeln werden. Wir wissen, dass sich das ständige Getrieben sein und die permanente Abwertung uns selbst gegenüber auf Dauer destruktiv auswirken.

So frage dich:

  • In welchem Bereich kritisierst du dich häufig selbst? (Partnerschaft, Beziehungen, Erscheinungsbild, berufliche Erfolge, Elternrolle usw.)
  • Wie sprichst du in diesem Fall mit dir selbst? Gehst du hart mit dir ins Gericht oder sprichst du eher freundlich mit dir selbst?
  • Welche Konsequenzen ergeben sich daraus? Motiviert es dich oder verzagst du danach?
  • Kannst du dir vorstellen, dass du dich genau so akzeptierst, wie du bist oder macht dich dieser Gedanke eher unruhig?
  • Hast du es schon einmal ausprobiert, dir selbst Mitgefühl entgegenzubringen und dir selbst Zuwendung und Trost zu gewähren?

Innere Kritiker

Natürlich lernten wir alle als Kind unsere Lektionen von den Eltern oder anderen wichtigen Bezugspersonen. Solange die Kritik nicht überhandnahm, sondern die Annahme und Liebe in der Beziehung zu unseren nahen Bezugspersonen im Vordergrund standen, konnten wir in der Regel auch gut damit umgehen. Die inneren Kritiker waren in der Kindheit hilfreiche Anteile in uns, die in unterschiedlichen Entwicklungskrisen auch wichtige Arbeit für uns leisteten.

Es gibt verschiedene innere Kritiker, die sich in uns in unterschiedlicher Intensität bemerkbar machen können. Zu den Klassischen zählen der Kontrolleur, der Antreiber, der Perfektionist, der Allen-Rechtmacher und der Be- und Verurteiler (Richter). Wir können diese auch verborgene Persönlichkeitsanteile nennen.

Wir haben in diesem Zusammenhang die Maßstäbe in Bezug darauf, was richtig und was falsch ist, von unseren Eltern und Erziehungspersonen im Kindergarten, der Schule usw. gelernt. Alles was jetzt innen ist, war deshalb einmal außen.

Indem wir diese Maßstäbe übernommen haben, hatten wir eine große Chance, nicht ausgegrenzt zu werden. Das Gefühl dazuzugehören oder auch die Liebe unserer Bezugspersonen war uns sicher. Das war auf der einen Seite gut, weil es uns davor bewahrt hat, nicht ausgegrenzt zu werden oder auch nicht ständig anzuecken. Auf der anderen Seite wurde auch unsere Lebendigkeit und Spontanität massiv beeinträchtigt.

Welche wesentlichen Schritte braucht es nun, um die inneren Kritiker zur Ruhe kommen zu lassen und deinem Selbstmitgefühl mehr Aufmerksamkeit zu schenken?

Kristin Neff beschreibt in ihrem Buch „Selbstmitgefühl“ (Neff, Kristin. Selbstmitgefühl. Wie wir uns mit unseren Schwächen versöhnen und uns selbst der beste Freund werden. Kailash. 2012, S.57 – 115)

drei Kernkomponenten, wie wir Selbstmitgefühl erlangen können:

  1. Selbstfreundlichkeit
  2. Gemeinsames Menschsein
  3. Achtsamkeit

Diese drei Komponenten müssen wir in die Praxis umsetzen und miteinander kombinieren.

Zusammengefasst ist Selbstmitgefühl ein wichtiger und wesentlicher Bereich, um inneren Frieden zu erleben und mit sich selbst in Einklang zu sein.

Am Ende dieser Podcastepisode lade ich dich auf eine kurze Meditation ein, um einen Raum der inneren Ruhe zu kreieren, in dem Selbstmitgefühl leichter gelingen kann.

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